Ein uralter Konflikt zwischen Ästhetik und Komfort - Damenunterwäsche

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Ein uralter Konflikt zwischen Ästhetik und Komfort

Im Jahr 2008 wurde während der Renovierungsarbeiten im Raumgewölbe des Schlosses Lengberg in Österreich mittelalterliche Unterwäsche entdeckt. Darunter befanden sich vier Leinen-BHs, die einige Ähnlichkeiten mit dem heutigen Büstenhalter aufwiesen. Die Radiokohlenstoffdatierung ergab, dass sie aus dem 15. Jahrhundert stammen, was bedeuten würde, dass bereits damals die Fundamente für den zeitgenössischen BH gelegt wurden. Bisher waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass der moderne BH erst im 19. Jahrhundert entstand.

 

Wie alles begann

Alles begann mit dem Glauben, dass eine Frau schlank und attraktiv sein sollte, was u. a. zur Schaffung des Korsetts führte. Das Korsett versinnbildlichte nicht nur das (aufgezwungene) Streben der Frauen danach, die vorgegebenen Schönheitsideale zu erreichen, sondern auch die Unterdrückung des weiblichen Geschlechts. Gesundheitsfördernd erwies sich solche Unterbekleidung auch nicht: Die Korsetts quetschten die Rippen und andere innere Organe ein, sodass sie sich verformten. Die Frauen unterzogen sich dieser gesundheitsschädlichen Schnürung, um ihre Brüste, Schultern und Taille, d. h. ihre weiblichen Vorzüge, hervorheben zu lassen. Im Laufe der Zeit wendete sich das Blatt der Geschichte und die Damenunterwäsche begann, den Wunsch der Frauen nach Freiheit auszudrücken.

 

Funktionen der Damenunterwäsche

Die Damenunterwäsche unterlag zwischen den Jahrhhunderten ständigem Wechsel und wurde jeweils an die aktuell herrschenden Modetrends angepasst. Heute soll sie v. a.

 

  • eine wärmende Funktion erfüllen und starken Temperaturänderungen standhalten (thermoaktive Unterwäsche),

  • viel Komfort und Hygiene u. a. an schwierigen Tagen bieten (z. B. Bodys, Slips),

  • die Attraktivität der Frauen erhöhen (z. B. Korsetts, Strings, Tangas, Unterröcke),

  • sportlichen Zwecken wie Trainings im Fitnessstudio dienen (z. B. Sport-BHs),

  • modellierend sein und die Unvollkommenheiten des Körpers verbergen (z. B. Push-up-BHs).

 

In den 1970er und 1980er Jahren manifestierten Frauen ihre Unabhängigkeit, indem sie entweder Korsetts und BHs verbrannten oder keinen BH trugen. Sie rebellierten gegen Gegenstände, durch die sie als sexuelle Objekte wahrgenommen wurden. Auf diese Art und Weise brachen sie symbolisch aus der männlichen Herrschaft aus.

Die Damenunterwäsche ist und bleibt ein fester Bestandteil der klassischen Garderobe und wird an unterschiedliche Anlässe und Situationen angepasst. Derzeit lassen sich verschiedene Unterwäschetrends beobachten: Einerseits wird den Frauen verlockende und verführerische Reizwäsche angeboten, andererseits gibt es u. a. auch Modelle für aktive Frauen, die großen Wert auf Komfort legen. Die Freiheit der Wahl liegt in den Händen der Frauen, die heute selbst entscheiden können, welchen Trends (ästhetischen oder komfortorientierten) sie besonders folgen möchten. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass sich die Moderichtungen bezüglich der Damenunterwäsche leicht kombinieren lassen.

 

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